forumKirche
Ausgabe Nr. 11

«Freundliche Blicke, zärtliche Gesten…»

Junge Christen ermöglichen eine Wallfahrt nach Lourdes

Vor rund 150 Jahren soll der damals 14-jährigen Bernadette Soubirous die Heilige Jungfrau Maria in einer Grotte am Fuss der Pyrenäen erschienen sein. Seither strömen jährlich zahlreiche Pilger zum Wallfahrtsort Lourdes. Auch aus der Schweiz besuchen pro Monat Tausende Pilger den Marienwallfahrtsort. Das Pilgerbüro in der Abtei St. Otmarsberg in Uznach/ SG organisiert jedes Jahr die interdiözesane Zugswallfahrt. Brigitte Pieth war schon sechs Mal als Helferin tätig. «Kirche ohne Grenzen» hat die junge Frau zu ihrer Motivation befragt.

Frau Pieth, welche Beziehung haben Sie selbst zu Lourdes?

Das erste Mal als Helferin kam ich nach Lourdes, weil meine Tante mich überredet hatte. Dass es dort so viele junge Helfer gibt, wie sie mir sagte, wollte ich selber sehen. In diesen Jahren ist Lourdes für mich zu einem Ort der Liebe und Gemeinschaft geworden – mit allem was dazu gehört. Zum einen ist es die Pilgergemeinschaft, die in Lourdes erfahrbar wird, zum anderen aber auch die Liebe und die Fürsorge der Muttergottes für uns Menschen. Es gibt an der Grotte einfach Platz für alles: für den Dank, für alle Sorgen, Bitten und Tränen.

Wie erleben Sie die pflegebedürftigen Personen?

Unsere Gäste erlebe ich als aufgestellte, freudige und hilfsbereite Menschen. Eine Frau, die fast nicht sprechen konnte, zeigte viel Geduld wenn es darum ging, mir etwas mitzuteilen. Auch helfen sich die pflegebedürftigen Menschen gegenseitig. Natürlich ist jede Person wieder anders. Doch gerade dies ist auch eine Herausforderung: Sich auf den Menschen einlassen! Die Freude, die gerade bei unseren Gästen völlig unterschiedlich zum Ausdruck kommt, ist überwältigend!

Viele junge Christinnen und Christen aus der Schweiz engagieren sich ehrenamtlich in Lourdes. Welche Beweggründe stecken dahinter?

Ich denke, es ist zum einen der Dienst am Nächsten, der Wunsch, bewusst etwas Gutes tun. Zum andern spielt bestimmt das Erfahren von Gemeinschaft und Zusammentreffen mit Freunden eine wichtige Rolle. Doch steckt schon ein Geheimnis in Lourdes: Hier sind viele fröhlich und gehen mit einem Lachen an die Arbeit. Das steckt an – die Helfer und die Gäste! Für einen Moment vergisst man die eigenen Sorgen. Aber die Tränen haben auch ihren Platz, ob vor Freude, Ergriffenheit oder weil man traurig ist. Der freiwillige Dienst in Lourdes ist ein sehr dankbarer Dienst und man wird dafür reich beschenkt.

Ein Kollege hat es so ausgedrückt: «Gottesdienst- und Tischgemeinschaft, Gebets- und Lebensgemeinschaft, Gesunde und Kranke – alles rückt in Lourdes etwas näher zueinander. Das schafft und ermöglicht Nähe: helfende Hände, freundliche Blicke, zärtliche Gesten, fliessende Tränen, spontanes Singen… sind konkrete Ausdrücke dafür.»

Welche Eindrücke nehmen Sie nach der Wallfahrt mit in Ihren Alltag?

Einmal mehr verstärkte sich die Gewissheit, dass es in Lourdes für jeden Platz hat – dass jeder seinen Platz hat! Für den Alltag habe ich mir vorgenommen, den wichtigen Dingen mehr Zeit zu geben, mich weniger durch den Alltag stressen zu lassen! In Lourdes habe ich vor allem für die Menschen viel Zeit gehabt. Es ist dort einfacher, auf die Menschen zuzugehen, die hier bei uns eher am Rande der Gesellschaft stehen. Von Lourdes kann man sich anstecken lassen! Und man kehrt zurück, Jahr für Jahr.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Interview: Mike Qerkini

--------------------------------------------------------------

«Où l’homme peut être humain»

En avril 2010, plus de 1800 pèlerins de la Suisse ont visité le pèlerinage marial de Lourdes. Le bureau de pèlerinage dans l’abbaye St. Otmarsberg à Uznach/SG organise tous les ans le pèlerinage des diocèses suisses en organisant, entre autres, des trains spéciaux. Cette année également, de nombreux bénévoles ont soigné des personnes malades et âgées pendant une semaine et ainsi, ils leur ont permis un séjour à Lourdes.

«Près de la grotte, il y a de la place pour tout: pour tous les soucis et prières, mais aussi pour les larmes et toutes formes de gratitude.» Ainsi, la bénévole Brigitte Pieth décrit ses expériences et impressions de ses séjours à Lourdes. Depuis le 11 février 1858, le centre de pèlerinage catholique de Lourdes, situé dans la région Midi-Pyrénées en France, accueille chaque année plus de cinq millions de pèlerins ou visiteurs venus du monde entier. Une place spéciale revient aux personnes malades, invalides et âgées. Bon nombre de jeunes chrétiens et chrétiennes bénévoles travaillent activement pour le bien de ces personnes. Madame Pieth illustre ce fait de la manière suivante: «C’est justement en étant honorifique que le travail est d’une valeur exceptionnelle – car les bénévoles s’adonnent aux activités et s’occupent des personnes dans le besoin avec une attention touchante. L’amour et la gratitude rendus sont extraordinaires! On ne peut vivre une telle expérience que seul, au fond de son coeur, et se laisser impressionner!»

Ceux qui travaillent comme bénévoles à Lourdes rencontrent maintes possibilités afin d’intervenir en faveur des personnes malades et âgées. Soit en travaillant dans la cuisine ou dans le service de soins, soit en tant que simple accompagnateur pendant la messe et les processions – les personnes bénévoles constituent des composants fixes du pèlerinage des diocèses suisses. «Pendant un instant, on oublie ses propres soucis et on s’offre volontiers un sourire. Mais les larmes ont également leur place, soit de joie, d’émotion ou de tristesse. Le service bénévole est un travail gratifiant et on sera richement récompensé.»

Enregistrement: Qerkini Mike
Traduction: Karin Villiger

------------------------------------------------------------------

Chinesisch: Eine chinesische Mission im Aufbruch

Kroatisch: Die Sprache ist weiterhin eine Barriere

Italienisch: Der heimliche Beschützer der Liebenden

Albanisch: «Den Menschen nahe sein, wo ich nur kann!»

Italienisch Musik und Tanz verkünden die Frohbotschaft

Kroatisch: Nachrichten auf Italienisch, Slowenisch, Kroatisch . . .

Philippinisch: «Ins Kloster als Bruder auf Zeit»

Spanisch: «Compartir» – Teilen als verbindende Kraft

Portugiesisch: «Als Freund und Pfarrer wahrgenommen»

Albanisch: «Ich war dankbar und berührt»

Kroatisch: Wahrscheinlich bald wieder nach Rom

Italienisch: Begegnung, Kultur und gemeinsames Feiern

Thailändisch: Erkenne dich selbst

Spanisch: La virgen de Guadalupe

Albanisch: Albanischer Kulturverein als Hilfe zur Selbsthilfe

Portugiesisch: «Seelsorge interessiert auch die Schweizer Muslime»

Italienisch: «Solo chi conosce potrà amare realmente»

Polnisch: «Mission und Ortskirche müssen Einheit werden!»

Kroatisch: «Für alle, die in Christus entschlafen sind!»

Albanisch: Zentrum für sechs kosovarische Volksgruppen

Spanisch: Pressebres vives, Baile de los Seises, Empanadillas...

Holländisch: Samichlaus mit Schimmel und Dampfschiff

Albanisch: «Buzmit - Mythologie trifft Weihnachtsglauben»

---------------------------------------------------------------------

Kirche ohne Grenzen 2012

Kirche ohne Grenzen 2011

Kirche ohne Grenzen 2009


zurück zur Übersicht

Es steckt ein Geheimnis in Lourdes, das Helfer und Gäste berührt.
Immer wieder kehre
ich gerne an den Ort
zurück.
Brigitte Pieth in Aktion

Bilder: Mike Qerkini
Webdesign: dfp.ch | Umsetzung: chrisign gmbh