«Seelsorge interessiert auch die Schweizer Muslime»
Lehrgang an der ZHAW fördert interkulturelle Kompetenzen«Religiöse Begleitung im interkulturellen Kontext» – so lautet ein Zertifikationslehrgang, der erstmals von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) angeboten wurde. Nun konnten die ersten Kursabsolventen ihre Projektarbeiten in der ökumenischen Gemeinde Halden/SG ausstellen. Ein Gottesdienst zur Ausstellungseröffnung war ganz im Zeichen des multireligiösen Zusammenlebens in der Schweiz. «Kirche ohne Grenzen» hat mit Studiengangleiterin Prof. Dr. Christiane Hohenstein gesprochen.
Prof. Dr. Christiane Hohenstein, können Sie uns die Projektarbeiten beschreiben, die aus dem Zertifikationslehrgang hervorgegangen sind?
Prof. Christiane Hohenstein: An unserem Lehrgang «Religiöse Begleitung im inter kulturellen Kontext» haben sieben muslimische und christliche Personen teilgenommen. Sie haben alle Qualifikationsarbeiten erstellt, die zeigen, wie der interreligiöse Dialog und das interkulturelle Miteinander in Schweizer Gemeinden gefördert werden können.
So reicht das Spektrum vom musikalischkulinarischen Abend der Religionen über Friedensarbeit, einen Jugendworkshop, die interreligiöse Beschäftigung mit dem Thema Armut bis zu einem mehrmonatigen Projekt gemeinsamen Bewirtschaftens eines «Friedensackers» in Form einer fliegenden Taube im Weizenfeld. Eine Arbeit widmet sich der «Seelsorge» in der muslimischen Diaspora der Schweiz: Dieser christlich geprägte Begriff wird zum Teil aus muslimischer Sicht abgelehnt. Doch trifft das Thema des Pastorals, der «Seelsorge», auf ein wachsendes Interesse in den muslimischen Gemeinden der Schweiz und anderer christlich geprägter Länder Europas.
Wie wurde der Lehrgang «Religiöse Begleitung im interkulturellen Kontext» entwickelt?
Der Zertifikatslehrgang ist das Ergebnis einer innovativen Zusammenarbeit von staatlichen und religiösen Institutionen: gemeinsam entwickelt mit dem Kompetenzzentrum Integration, Gleichstellung und Projekte/Departement des Innern des Kantons St. Gallen, Vertretern des Bildungsdepartements, der Landeskirchen, des Dachverbands Islamischer Gemeinden der Ostschweiz und des Runden Tischs der Religionen St. Gallen, wurde er finanziell gefördert mit dem Integrationskredit des Bundes und durch den Kanton St.Gallen. Vor dem Hintergrund einer grossen Skepsis gegenüber dem Islam in der Schweizer Bevölkerung will diese Zusammenarbeit zweierlei: Sie verleiht dem Recht auf Religionsfreiheit Nachdruck und betont die Notwendigkeit einer Auseinandersetzung mit den Bedingungen der demokratischen Schweizer Gesellschaft.
Die religiöse Begleitung steht im Mittelpunkt. Welche Personen sprechen Sie damit an?
Primär sprechen wir Schlüsselpersonen muslimischer und christlicher Glaubensbekenntnisse an, also Personen, die in ihren Gemeinden leitende Aufgaben der Schulung, Beratung, Betreuung, Seelsorge wahrnehmen. Das sind zum Beispiel Imame, Pfarrerinnen, Pfarrer und Priester, aber auch Leiterinnen von Frauenprogrammen oder Kinder- und Jugendangeboten der Gemeinde, Vorstände von Kulturvereinen, in ökumenischen Organisationen Engagierte und Lehrer, die interreligiöse Angebote planen. Ein Merkmal des Lehrganges ist, dass die Lerngruppe selbst interreligiös und interkulturell zusammengesetzt ist; sie steht Vertretern und Vertreterinnen prinzipiell aller Religionen der Schweiz offen.
Nochmals zu dieser Ausstellung und den Projektarbeiten: Wie entstanden die interessanten Dokumentationen?
Von September 2009 bis Mai 2010 erarbeiteten die Teilnehmenden im Praxismodul des Lehrgangs eigene interreligiöse Gemeindeprojekte. Die Projektarbeiten entstanden aus dieser Reflexion der Unterschiede christlicher und muslimischer Vorstellungen von Leben und religiöser Praxis. Die Arbeiten veranschaulichen die Schritte in einem Prozess, der für ein friedliches multireligiöses und kulturell diverses Zusammenleben in der Schweiz eigentlich immer notwendig ist: Kommunikation und die gemeinsame Auseinandersetzung über Glaubensbekenntnisse hinweg.
Herzlichen Dank für das Gespräch!
Interview: Mike Qerkini
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Para um bom convívio multirreligioso e cultural na Suíça
«Acompanhamento religioso no contexto intercultural» é o nome do curso de diploma em que surgiram os projectos na universidade de ciências aplicadas de Zurique (ZHAW). «Kirche ohne Grenzen» falou com a directora do ciclo de estudos Prof. Dr. Christiane Hohenstein sobre o curso.
Sete participantes de religião cristã e muçulmana elaboraram e documentaram de Setembro 2009 a Maio de 2010 os projectos interreligiosos comunais que fazem parte do curso de diploma «acompanhamento religioso no contexto intercultural». Eles foram instruídos e acompanhados pela organização de competência intercultural da universidade de ciências aplicadas de Zurique (ZHAW) e por instrutores da comuna. O curso de diploma também inclui reuniões em grupo, aulas individuais e aulas em alemão como segunda língua para os participantes de língua estrangeira. Além disso foi transmitido conhecimento extenso sobre as religiões principais na Suíça. Foi desta reflexão que resultaram os projectos interreligiosos. Os projectos representam o processo necessário para um bom convívio multirreligioso e culturalmente diverso que é atingido por comunicações e discussões profundas além da fé e de religião das pessoas. Dois participantes do curso, um cristão e uma muçulmana são activos na comuna ecuménica de Halden em St. Gallen que realiza a missa em português e alemão junto com cristãos brasileiros que emigraram para a Suíça e junto com a organização de migração «Verein Brasilien-Schweiz BRASS». A colaboração Suiço-Brasileira tem uma longa tradição: O projecto «Jugendaustausch» [intercâmbio de jovens] dá acesso a jovens suíços de fazer trabalho social nas favelas de Belém no Brasil já desde sete anos. Ao mesmo tempo jovens brasileiros têm a oportunidade de fazer um estágio na Suíça. Assim o serviço religioso é um evento interreligioso, ecuménico e intercultural.
Colaboração de Neva Waldvogel e Christiane Hohenstein.
Tradução: Fabio Schell
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Chinesisch: Eine chinesische Mission im Aufbruch
Kroatisch: Die Sprache ist weiterhin eine Barriere
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Albanisch: «Den Menschen nahe sein, wo ich nur kann!»
Italienisch Musik und Tanz verkünden die Frohbotschaft
Kroatisch: Nachrichten auf Italienisch, Slowenisch, Kroatisch . . .
Philippinisch: «Ins Kloster als Bruder auf Zeit»
Spanisch: «Compartir» – Teilen als verbindende Kraft
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Thailändisch: Erkenne dich selbst
Spanisch: La virgen de Guadalupe
Albanisch: Albanischer Kulturverein als Hilfe zur Selbsthilfe
Italienisch: «Solo chi conosce potrà amare realmente»
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Spanisch: Pressebres vives, Baile de los Seises, Empanadillas...
Holländisch: Samichlaus mit Schimmel und Dampfschiff
Albanisch: «Buzmit - Mythologie trifft Weihnachtsglauben»
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Zeichen multireligiösen und kulturellen Zusammenlebens in der Schweiz.
sich um eine innovative Zusammenarbeit von
staatlichen und religiösen Institutionen.»
Bilder: Mike Qerkini


