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Ausgabe Nr. 18

Mitmachen ist Programm

Religionsunterricht in der Oberstufe

Es ist mal mehr, mal weniger eine Herausforderung, Jugendliche in der Oberstufe für den Religionsunterricht zu begeistern. Deshalb gibt es ganz verschiedene Formen des obligatorischen Unterrichts: Lektionen- oder Blockunterricht, Projektunterricht, aber auch Weekends oder Lagerwochen. Eine besondere Form ist der freiwillige Projektunterricht fPU, der von der JUSESO Thurgau während eines Jahres geleitet wird, mit der Absicht, dass die Pfarrei ihn nachher eigenständig trägt.

Ausschlaggebend für die Idee eines freiwilligen Projektunterrichts war eine Umfrage 1996 bei Jugendlichen der 3. Oberstufe während den Schulendkursen, welche die JUSESO Thurgau jährlich durchführt. «Dabei bekamen wir einige negative Rückmeldungen, was den Religionsunterricht an der Oberstufe betrifft», sagt Daniel Scherrer, Leiter der JUSESO Thurgau. Die Auswertung der Umfrage brachte folgende Probleme zum Vorschein: schlechte Rahmenbedingungen wie Unterrichtszeit oder Klassenzusammensetzung, überfordertes Religionslehrpersonal sowie Themen, die die Jugendlichen wenig interessierten. «Leider lassen sich desinteressierte Jugendliche später schwerer für kirchliche Jugendarbeit motivieren», sagt Scherrer. So wurde ein Projekt für die 3. Oberstufe ausgearbeitet, das aus drei Grundpfeilern besteht: die Freiwilligkeit, die Rahmenbedingungen und die Themenauswahl.

Auf freiwilliger Basis
Wie der Name des Unterrichts schon sagt, ist die Freiwilligkeit ein zentrales Thema. «Die Jugendlichen sollen sich von sich aus auf das Projekt einlassen wollen», sagt Scherrer. Die Teilnehmenden unterzeichnen eine Vereinbarung mit Visum der Eltern und verpflichten sich somit für die Teilnahme. Die Rahmenbedingungen wurden so festgelegt, dass der Unterricht an sechs Abenden à drei Stunden während des Jahres stattfindet. Dazu kommt ein Wochenende. Die Abende beinhalten auch ein Abendessen. Das Wochenende wird meist zu Beginn des fPU durchgeführt, damit die Gruppe und die zwei oder drei Mitarbeiter der JUSESO, die das Projekt auf Anfrage einer Pfarrei für ein Jahr leiten, sich kennen lernen können.

Themen selber bestimmen
Die Jugendlichen können aus rund 15 Themen jene auswählen, die sie am meisten bewegen. «Unser Anliegen ist, dass die Themen sich mit den Vorstellungen und der momentanen Lebenssituation der Jugendlichen decken», so Scherrer. Beliebte Themen sind etwa «Freundschaft/Liebe» oder «Gewalt». Neu im Themenkatalog ist «Kommunikation », ein Bereich, der die Jugendlichen sehr interessiert. Der Aufbau des Abends ist immer gleich und wird mit verschiedenen Hilfsmitteln zum ausgewählten Thema gestaltet. Es gibt auch spezifisch religiöse Themen, wie etwa einen Einblick in andere Religionen oder ein Abend zum Thema Tod und Auferstehung. Zum Abschluss des Abends gibt es immer einen spirituellen, besinnlichen Teil. «Unser Bestreben ist es, die biblischen Grundlagen unserer Kirche in die Lebenswelt der Jugendlichen zu transferieren und ihnen so den Glauben näher zu bringen und zu stärken oder aber auch neu entdecken zu lassen.»

Claudia Koch

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Aussagen über den Religionsunterricht

… von Schülerinnen und Schülern der dritten Oberstufe:

«Religion ist nicht so streng wie andere Fächer. Es gibt keine Hausaufgaben, keine Prüfungen, man kann seine Meinung sagen.»
                                                                                   Corinna

«Man sollte mehr über Gott und den Glauben reden.» Lorena «Es bringt mir was, wenn wir übers Leben reden, über Themen wie Aggression, Missbrauch. Denn dann weiss ich, wie ich mich verhalten muss.»
                                                                                   Patrix

«Schüler, die Religion nicht interessiert, hören sowieso nicht zu und machen nur Mist.» Alina «Im Religionsunterricht kann man mehr erzählen als in anderen Stunden, mehr über private Dinge reden.»
                                                                                   Christof

«Es ist schon spannend zu erfahren, was Moslems so richtig glauben und was sie für Regeln haben.»
                                                                                   Johnattan

«Es wäre gut, wenn wir auch die Erfahrungen von anderen Religionen mitbekämen, aber es wäre nicht gut, wenn Schüler verschiedener Religionen miteinander Religionsunterricht hätten. Das würde Auseinandersetzungen geben.»
                                                                                   Corinna

«Religion ist eher eine Lektion zum Rumhängen. Man nimmt sie halt nicht so ernst wie andere Schullektionen.»
                                                                                    Desi

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Jugendliche wollen lebensechte, jugendgerechte Themen im Religionsunterricht.

Bild: JUSESO Thurgau
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