«Mama, ich hab Angst»
Mama, Papa und der liebe GottWohl die meisten Eltern kennen die Situation: Es ist mitten in der Nacht. Man schläft längst tief und fest. Und plötzlich dringt ein leises Schluchzen durch die eigenen Träume: «Mama, ich kann nicht schlafen. Ich hab Angst …»
Kinderängste haben verschiedene Gesichter. Während die einen sich vor grossen Hunden fürchten, stehen andere beim Zahnarzt riesige Ängste aus (das geht ja nicht nur Kindern so …). Wieder andere zittern vor jeder Deutschprüfung oder sehen in der Nacht gefährliche Monster und Gespenster. Als Eltern würden wir unsere Kleinen am liebsten vor solchen Ängsten bewahren. Da Angst aber zu unserer emotionalen Grundausstattung gehört, gleichsam als Alarmsystem, das uns vor drohenden Gefahren schützen will, macht es mehr Sinn, die Ängste anzuschauen und sich ihnen zu stellen. Nur so können sie überwunden werden, nur so können die Kinder und auch wir Erwachsene an ihnen wachsen.
In der konkreten Situation ist das nicht immer ganz einfach. Am besten findet man gemeinsam mit den Kindern heraus, was ihnen gut tut. Ich versuche, mir in solchen Fällen vor allem Zeit zu nehmen, zuzuhören, mich in das Kind einzufühlen, um zu erfassen, was es wirklich beschäftigt. Für viele Kinder ist in diesen Situationen vor allem die körperliche Nähe wichtig – zu spüren, dass sie nicht alleine sind mit ihrer Angst. Auch ein Gebet, in dem man die Angst bewusst vor Gott legt, hilft, das Vertrauen zu stärken.
Es gibt natürlich viele Methoden, die Kindern und Erwachsenen helfen, mit ihren Ängsten umzugehen. Eine davon spricht mich besonders an: Da die Angst sich ja oft körperlich zeigt, können wir sie mit der Unterstützung unseres Atems bewältigen. Man versucht, möglichst ruhig und gleichmässig tief in den Bauch ein- und wieder auszuatmen. Zusammen mit den Kindern überlegt man sich Worte, die man dabei sagen kann. Zum Beispiel: Beim Einatmen: «Kraft» und beim Ausatmen: «Vertrauen». Für kleine Kinder: beim Einatmen: «Bär» (oder ein anderes starkes Tier) und beim Ausatmen – «stark». Diese Übung beruhigt und stärkt zugleich und meistens sind die Kinder dann lange vor uns wieder eingeschlafen …
Andrea Honegger
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Angst klopfte an die Tür
Vertrauen öffnete …
und niemand war draussen.
Chinesisches Sprichwort
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Serie «Mama, Papa und der liebe Gott»
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