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Aktuelle Ausgabe Nr. 3

Musik ist die Sprache des Herzens

Mama, Papa und der liebe Gott

«Lasst uns jetzt gemeinsam singend beten.» So werden wir in unserer Pfarrei Sonntag für Sonntag vom Seelsorger zum Schlusslied eingeladen. Es ist eine Formulierung, die sich mit der Zeit in unseren Gottesdiensten eingebürgert hat, denn tatsächlich sprechen wir Bitten, Dank oder Lobpreis ja im Lied einfach nur melodiöser aus, als im gesprochenen Gebet.

Letztens durchbrach unser Jüngster aber fest entschlossen unser selbstverständliches «gesungenes Gebet». «Aber Mama», sagte er zu Beginn des Schlussliedes, «Beten tue ich doch immer abends im Bett oder vor dem Essen mit euch. Und Singen tue ich mit dir nach dem Beten, damit ich gut einschlafe.»

So, jetzt hatten wir unser Fett weg. Was für uns Erwachsene so schön logisch klang, war für unseren 4-Jährigen ein ziemliches Durcheinander. Aber eines hatten wir nach der berechtigten Kritik unseres Filius sofort verstanden: Das gemeinsame Singen ist für unseren Nachwuchs Quelle der Freude und der Beruhigung – mehr noch als ein vorformuliertes Gebet.

Diese Wahrnehmung stellten wir als Eltern übrigens auch bei unseren beiden älteren Söhnen fest, die das gemeinsame Singen als Abendritual inzwischen zugunsten handfester Instrumentalmusik eintauschten. Sie spielen nämlich vor oder nach dem Znacht noch auf Tenorhorn oder Klavier.

Selbst gestaltete Musik – auf Instrumenten oder im Gesang – ist spannend, kreativ und lässt Raum für die eigenen Gefühle. Der Dichter Rainer Maria Rilke bezeichnete die Musik als Sprache, wo andere Sprachen enden. Das gilt nicht nur für Dichter. Denn wenn wir unseren Kindern aufmerksam zuhören, spielt Musik in ihrem Leben durchaus eine Rolle. Spätestens in der Mittelstufe werden Popsongs und Musik-Stars zum Pausenthema. Unsere Kinder hören Musik dabei vor allem «nach dem Gefühl». Sie hören, was ihnen jetzt gut tut. Als Eltern sind wir glücklich, wenn wir zur Freude unserer Kinder gemeinsam mit ihnen musizieren, und uns dabei ab und zu auch über den Text eines Gospels unterhalten können.

«Oje» – so könnte jetzt der eine oder andere von Ihnen sagen – «ich spiele kein Musikinstrument und wenn ich singe, haben höchstens die Katzen vom Nachbarn Freude.» Falsch Singen gibt es für kleine Kinder nicht. Auch wenn das Lied etwas brummig tönt, spricht es die Seele an und lindert Streit und Stress – nicht nur bei den Kindern. Und zu aller Not gibt es hervorragende CDs, die darauf warten, gemeinsam gehört zu werden. Viel Freude dabei!

Thomas und Walburga Lichtleitner

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Serie «Mama, Papa und der liebe Gott»

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Bild: Claudia Koch
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