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Aktuelle Ausgabe Nr. 6

Gründonnerstag - Fusswaschung - Abendmahl

Mama, Papa und der liebe Gott

Als Kind hatte für mich der Gründonnerstag keine grosse Bedeutung. Erst als ich am ersten Ostertreffen mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen teilnahm, erkannte ich, dass dieser Tag spannende und wichtige Aspekte hat. Wir haben uns an diesen Anlässen gegenseitig die Füsse gewaschen, obwohl sich die meisten von uns gar nicht kannten. So entstand schnell eine Vertrautheit. Die gemeinsame «Teilete», bei der alle ohne gegenseitige Absprache etwas für das Nachtessen mitnahmen, beeindruckte mich, da es immer von allem für alle genug gab. So waren wir gestärkt für die Nachtwache in der Kirche.

Heute feiern wir diesen Tag – und vor allem den Abend – in unserer Familie ganz ähnlich. Zuerst liest jemand die entsprechende Textstelle aus einer Kinderbibel vor. Danach waschen wir uns gegenseitig die Füsse, wie Jesus dies für seine Jünger getan hat. Er diente damit seinen Jüngern ohne Wenn und Aber. Wir möchten damit zeigen, dass wir in Liebe etwas füreinander tun, auch wenn diese Tätigkeit unbeliebt und ohne Ansehen ist. Dabei geniessen wir es sehr, uns die Füsse waschen zu lassen. Es ist ein schöner Moment, sich diesem Ritual hingeben zu können. Es kommt auch vor, dass jemandem die Füsse mehrmals gewaschen werden, da die Geschwister untereinander genau wissen, wem sie die Füsse waschen wollen.

Nach der Fusswaschung feiern wir das gemeinsame Abendmahl. Dazu backen wir ein Fladenbrot und bereiten Brotaufstriche, Oliven und Käse vor. Wein und Traubensaft gehören ebenso zum Essen, wie ein feierlich gedeckter Tisch. Bei dieser Mahlzeit versuchen wir uns bewusst zu machen, wie Jesus damit seine Freunde auf die bevorstehenden Ereignisse vorbereiten wollte. Ebenso ist es eine gute Möglichkeit, den Kindern aufzuzeigen, dass wir in jedem Gottesdienst bei der Eucharistiefeier dieses Mahls gedenken. Die Kinder finden es natürlich schade, dass wir in der Kirche nicht mit einem ähnlichen Essen feiern.

Danach sitzen wir zusammen, um den nächsten Teil der Bibelgeschichte zu hören. Als Jesus auf dem Ölberg in Todesangst mit seinen Jüngern wachte und betete, schliefen diese zwar ein, doch sie waren in seiner Nähe. So singen wir gemeinsam: «Bleibet hier und wachet mit mir, wachet und betet, wachet und betet», bis wir irgendwann einschlafen.

Monika Leutenegger

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REZEPT FLADENBROT
250 Weissmehl, 1 Teelöffel Trockenhefe, 2 Esslöffel Olivenöl, 1 Prise Salz, 2 dl lauwarmes Wasser
Alles zu einem Teig mischen, aufgehen lassen, 1 cm dick auswallen und bei 180 ºC 5 bis 7 Minuten backen.

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Serie «Mama, Papa und der liebe Gott»

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Bild: Claudia Koch
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