Friede wünsch ich Dir
Mama, Papa und der liebe GottWer sieht nicht gerne zu, wenn Kinder friedlich miteinander spielen? Für mich zählt es zu den schönsten Momenten, wenn Geschwister sich gemeinsam beschäftigen. Das Streiten gehört jedoch zu jeder Beziehung. Schon eine scheinbar kleine Unstimmigkeit kann zu grossem Krach führen. Wenn die Kinder miteinander streiten, möchte ich häufig eingreifen und den Streit schlichten. Doch für die Beteiligten ist es wichtig, selber eine Lösung zu finden oder sich Unterstützung zu holen. Sie können dann einen Weg finden, sich zu versöhnen, worauf sie auch stolz sein dürfen. Wenn die Kinder mich um Hilfe bitten, den Streit zu beenden, stehe ich ihnen gerne bei. Dabei ist es mir wichtig, ihnen nicht einfach eine Möglichkeit zu präsentieren, wie sie Frieden machen können. Ich versuche sie anzuleiten, sich miteinander zu versöhnen.
Die Kinder bringen manchmal ganz tolle Ideen ein, die sie im Kindergarten oder in der Schule gelernt haben: Beispielsweise darf nur sprechen, wer den «Zauberapfel» in der Hand hält, damit alle Beteiligten zu Wort kommen. Eines meiner T-Shirts trägt die Aufschrift: «Streit mit mir – aber fair.» Genau dies möchte ich den Kindern weitergeben: Auseinandersetzungen gehören zum Zusammenleben – der Umgang damit muss aber gelernt werden. Dabei sollen die Kinder erfahren, wann sie einem Konflikt ausweichen möchten (bei einer Schlägerei), wann sie diskutieren können (wie lange darf ich gamen?), wann sie nachgeben sollen (wir können nur bei einer Einigung weitermachen) und wann der erste Schritt zur Versöhnung gemacht werden soll (es tut mir leid).
Die Kinder fühlen sich bei einem Streit meist alleine und denken, dass die Mitmenschen sie nicht mehr lieben. Ich erkläre ihnen, dass sie vor allem traurig sind, weil sie diesen Menschen eben gern haben. Ansonsten wäre der Streit nicht so schlimm. Dazu betone ich, dass wir im Streit nicht alleine sind, auch wenn wir uns einsam fühlen. Wir dürfen Gott oder Jesus immer erzählen, was uns belastet und ihn um Hilfe bitten. Bei der Versöhnung erlebe ich, wie schön es ist, wieder Frieden zu schliessen. Da es nicht immer einfach ist, sich mit Worten zu entschuldigen, schreiben die Kinder einander Briefe, schenken etwas oder helfen bei einer Hausarbeit. Vor dem Essen oder dem Zubettgehen wünscht sich ein Kind auch mal ein entsprechendes Lied (Hevenu shalom, Friede wünsch ich Dir). Als Kind habe ich gelernt, dass es wichtig ist, jeden Tag alle Streitereien zu beenden und Frieden zu schliessen. Wenn dies nicht persönlich möglich ist, hilft oft das Gebet, so dass unsere Sorgen bei Gott aufgehoben sind. Heute ist mir bewusst, wie viel Gutes in diesem Ratschlag liegt.
Monika Leutenegger
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Serie «Mama, Papa und der liebe Gott»
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