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Aktuelle Ausgabe Nr. 13

Kirche(n) entdecken – im Gottesdienst

Mama, Papa und der liebe Gott

Kirche ist langweilig – so tönt es oft zumindest aus den Mündern von Kindern und Jugendlichen. Mal ehrlich: So unbegründet ist die manchmal provokativ vorgetragene Meinungsäusserung unserer jüngsten Kirchenmitglieder nicht. Kinder meinen damit vor allem den Ablauf eines Gottesdienstes, der mitunter an die zum Gottesdienst fest entschlossenen Eltern grosse Herausforderungen stellt.

Wir besuchen wenn möglich den Gottesdienst gemeinsam mit unseren Kindern – auch wenn nicht gerade ein Familiengottesdienst auf der Agenda steht. Die Stolpersteine liegen dabei im für Kinder Alltäglichen: Eine Stunde lang möglichst still sitzen, zuhören und vor allem leise sein. Unser Jüngster umschifft diese Klippen mit Hilfe religiöser Bücher, die er sich vorher zu Hause aussuchen darf. In vielen Kirchen gibt es auch einen kleinen Bücherkorb mit biblischen Geschichten oder Erklärungen des Mess-Ablaufs im Bilderbuchformat. Wir versuchen uns als Eltern auch als Ansprechpartner bei «unaufschiebbaren» Fragen abzuwechseln, damit genügend Momente der inneren Einkehr auch für uns bleiben. Wenn Kinder mit dem Gottesdienstablauf und der Kirche vertraut sind, ist es ihnen wohler.

In unserer Glaubensgemeinde versuchen wir, den Kindern möglichst früh ein Gefühl von Heimat in «ihrer» Kirche zu geben. Das gelingt unter anderem mit einem intensiven Erkundungsgang durch die Kirche im ersten Schuljahr – bei uns im Unterrichtsmodell des HGU (Heim-Gruppen-Unterricht, in welchem Kleingruppen von ca. 4 bis 5 Erstklässlern bei einer Mutter zu Hause den Unti im familiären Rahmen geniessen). Was hat es mit dem Weihwasserbecken auf sich? Was verbirgt sich hinter dem Tabernakel? Was stellen die Bilder auf dem Altarbild oder die Statuen dar? Wie viele Pfeifen hat unsere Orgel und – noch interessanter – wie spielt man sie? Wo ziehen sich der Pfarrer und die Ministranten um? Diesen und weiteren Fragen geben wir Raum. In vielen Pfarreien ist ein solcher Erkundungsrundgang schon fester Bestandteil des Religionsunterrichts. Was Kinder kennen und wohltuend erfahren haben, vor dem haben sie keine Scheu. Sie werden ganz selbstverständlich Teil des Handelns, das dann im Gottesdienst geschieht – und sei es im frühesten Kindesalter nur, dass nach dem Gottesdienst noch eine Kerze vor der Muttergottes angezündet wird. Kirche ist Heimat, auch für unsere Kinder – wenn wir unseren Kindern auch in der Kirche die Gelegenheit geben, sich zu Hause zu fühlen.

Thomas und Walburga Lichtleitner

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Serie «Mama, Papa und der liebe Gott»

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Bild: Walburga Lichtleitner
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