Das Heilige Jahr soll den Menschen Hoffnung machen
Am 24. Dezember wird Papst Franziskus die Heilige Pforte des Petersdomes durchschreiten und damit das Heilige Jahr 2025 eröffnen. Das Jubeljahr soll dazu beitragen, dass viele die aufbauende Kraft des Glaubens für sich entdecken und neue Hoffnung schöpfen. Die Stadt Rom erwartet in dieser Zeit rund 45 Millionen Pilgernde.
Vor der ersten Weihnachtsvesper wird Papst Franziskus symbolisch mit einem Hammer an die verschlossene Porta Santa von St. Peter klopfen, die daraufhin geöffnet wird. Damit beginnt das Heilige Jahr. Kurz danach öffnen sich dann auch die Heiligen Pforten der anderen drei Papstkirchen: St. Johannes im Lateran, St. Maria Maggiore und St. Paul vor den Mauern. Am Dreikönigstag 2026 werden wieder alle Pforten geschlossen und das Heilige Jahr, das nur alle 25 Jahre stattfindet, beendet sein.
Zwischen diesen Ereignissen sind Christen aus der ganzen Welt eingeladen, nach Rom zu pilgern, die Heiligen Pforten zu durchschreiten, auf diesem Weg ihr Leben zu bedenken und es durch die Vertiefung des Glaubens zu bereichern. Viele werden diesem Aufruf folgen. Man bereitet sich in Rom auf rund 45 Millionen Gäste vor. Das Jubeljahr soll auch zur Erneuerung der Kirche beitragen.
« Pilger der Hoffnung »
Unter dem Eindruck der belastenden Coronapandemie hat Papst Franziskus bereits Anfang 2022 das anstehende Heilige Jahr unter das Motto « Pilger der Hoffnung » gestellt. « Das bevorstehende Jubiläum kann viel dazu beitragen, ein Klima der Hoffnung und des Vertrauens wieder herzustellen, als Zeichen eines neuen Aufbruchs, dessen Dringlichkeit wir alle spüren », so der Papst in einem Schreiben. Kurz danach begann der Krieg in der Ukraine, der die Stärkung der Hoffnung in dieser Welt noch nötiger machte. So nennt Papst Franziskus in seiner Bulle zur Verkündigung des Jubeljahres vom Mai 2024 die Hoffnung auf Frieden auch an erster Stelle und weist darauf hin, dass wir « auf das viele Gute in der Welt achten müssen, um nicht in die Versuchung zu geraten, das Böse und die Gewalt für übermächtig zu halten».
Wie in vorangegangenen Heiligen Jahren wird auch dieses Mal ein Jubiläumsablass gewährt, der gemäss Papst spüren lässt, « wie grenzenlos Gottes Barmherzigkeit ist ». So können Gläubige, die zu den heiligen Stätten des Jubiläums pilgern und dort einen Gottesdienst feiern, darauf vertrauen, dass sie von allen Folgen ihrer Sünden befreit sind.
Abstände verkürzt
Die Wurzeln des Heiligen Jahres reichen bis ins Alte Testament zurück, wo in Levitikus 25 alle 50 Jahre ein Erlassjahr gefordert wird, in dem Leibeigene frei kommen, Schulden erlassen werden und der Landbesitz neu verteilt werden soll. Weil diese heilige Zeit laut Bibel mit dem Klang des Widderhornes eröffnet wird, wird sie in Anlehnung an den hebräischen Begriff « jobel » (Widder) Jobeljahr bzw. Jubeljahr genannt.
Im Christentum wurde erst 1300 n. Chr. das erste Heilige Jahr gefeiert. Es sollte zum Gedenken an die Geburt Jesu alle 100 Jahre gefeiert werden. Doch schon bald wurde diese Spanne als zu lang empfunden und zunächst auf 50 Jahre und dann 1470 von Papst Paul II. schliesslich auf 25 Jahre festgesetzt, damit jede Generation ein solch besonderes Jahr erleben kann. Neben den ordentlichen, alle 25 Jahre stattfindenden Heiligen Jahren gab es ab 1518 immer wieder ausserordentliche Jubeljahre, die ein besonderes Anliegen verfolgten. So hat auch Papst Franziskus anlässlich des 50. Jahrestages der Beendigung des Zweiten Vatikanischen Konzils im Dezember 2015 das ausserordentliche Heilige Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen.
Heiliges Jahr konkret
Das Heilige Jahr 2025 wird in Rom von zahlreichen kulturellen Veranstaltungen begleitet. Es werden auch Jubiläen begangen, bei denen verschiedene Personengruppen wie zum Beispiel Künstler, Ehrenamtliche oder Kranke im Mittelpunkt stehen. Aber auch ausserhalb von Rom findet das Heilige Jahr statt. So wird das Heilige Jahr am 29. Dezember in den Bistümern der ganzen Welt mit einem Gottesdienst eröffnet. In Solothurn beginnt dieser Gottesdienst mit Bischof Felix Gmür um 10 Uhr in der Kathedrale St. Urs und Viktor. Zudem lädt die Schweizer Bischofskonferenz alle Gläubigen am 17. Mai zu einer Wallfahrt nach Maria Einsiedeln ein.
Detlef Kissner, 3.12.24
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