Aus-Zeit
1
Ich notiere wohl gereimt
was in meinem Kopfe keimt
und schreib, Leser, Leserin,
wöchentlich den Vers hierhin.
2
Ihn zu lesen, das braucht Zeit.
Tja – und du bist stets bereit,
dir für all die meinen Themen
diese Lesezeit zu nehmen.
3
Gerne danke ich dafür
– denn: geschenkte Zeit ist Glück –
und geb‘ dir mit Strophe vier
heute etwas Zeit zurück:
4
…
…
…
…
5
Hoffentlich gefiel sie dir,
die Zäsur im Alltagstreiben.
Willst du solche Strophen vier
dir nicht auch mal selber schreiben?
CHRISTOPH SUTTER
Zwischen den Zeilen
Selbst wenn ich hier was Schönes dichte,
was Euch auf Anhieb auch entspricht,
seht Ihr‘s doch in Eurem Lichte,
und hat vielleicht was anderes Gewicht,
woran ich nicht mal dachte,
mir ganz und gar entging,
während ich die Verse machte,
und in meinen Worten hing.
Das Wichtigste entsteht ja, wie Ihr wisst,
ohnehin zwischen den Zeilen,
so mein Vers gelungen ist,
und Ihr Lust habt zu verweilen,
Euch Raum zum Träumen gibt,
kostbare Ideen sorgsam siebt,
den Alltagsschleier etwas hebt,
und frische Farben in alte Muster webt.
Sollte das gelegentlich geschehen,
freut‘s mich ungemein.
Deshalb füg‘ ich nicht zu übersehen hier
einen grossen Zeilenabstand ein.
GABY ZIMMERMANN
(16.07.19)

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