Herbstwind
Du formst aus bunten Bäumen Besen.
Was ist und war ist nun gewesen.
Du schenkst dem Blatt den Höhenflug,
du scheidest Sein von Schein und Trug.
Mal säuselst du flattierend, stumm –
dann pfeifst du Strassenschilder um
und hinterlässt auf all den Touren
die unverkennbar deine Spuren!
Du fährst dem Menschen durch das Haar,
du fegst den Steig und Himmel klar,
du wendest Schirme oder Blätter
und stürmst gehörig mit Gezeter.
Wir fühlen uns von dir geschoren,
und dann, in Stuben, neu geboren.
In diesem Sinn käm’s uns gelegen,
du würdest DURCH uns Menschen fegen...
CHRISTOPH SUTTER (22.10.19)
Falsche Hoffnungen
Wenn über bunte Blätterpracht
noch mal die gold‘ne Sonne lacht,
und mit wetterwarmem Rest
an den Sommer denken lässt,
dann ist weit und breit
der Winter noch sehr weit.
Und mancher denkt schon irgendwie,
die Kälte käme diesmal nie.
GABY ZIMMERMANN

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