Die Hilfe des heiligen Josef

Pater Josué Caldas ist seit Oktober 2023 in der Pfarrei San José Obrero im Süden von Kolumbiens Hauptstadt Bogotà tätig. Im Interview mit Kirche ohne Grenzen gibt er Einblick in sein Leben in der Pfarrei und über das Wirken des Schutzpatrons der Kirche, des heiligen Josef. Dessen Hochfest wird am 19. März gefeiert. Der heilige Josef gilt unter anderem als Schutzpatron der Arbeit.

Wie sah Ihr Weg zum Priestertum aus ? 
Die Ausbildung eines Priesters entwickelt sich oft aus der Familie heraus. In meinem Fall ist es so, dass ich aus einer Familie mit bäuerlichem Umfeld komme, in dem der Glaube tief verwurzelt ist. Dieser einfache, aber authen­tische Katholizismus liess in mir den Samen des Glaubens keimen. Gleich­zeitig hat Gott mir die Mittel gegeben, mich auf meinem Lebens­weg weiterzu­entwickeln, zunächst im Seminar und dann im Priesteramt.

Welche anderen pastoralen Tätigkeiten üben Sie neben den üblichen Aufgaben eines Pfarrers aus? Wer hilft Ihnen dabei ?
Neben den Messen haben wir verschie­dene Gruppen, in denen die Leute der Gemein­schaft sehr engagiert sind. Von Montag bis Samstag feiere ich täglich zwei Messen, und an Sonntagen feiere ich sechs. Vier davon am Morgen bis zum Mittag und am Abend zwei. Die durch­schnittliche Besucherzahl liegt bei 2'000 Personen allein an den Sonntagen. Die Menschen nehmen fleissig teil. Dies ermöglicht es uns, eine Gruppe gut ausge­bildeter Katecheten zu haben, die Kinder und Jugendliche auf die Sakramente vorbereiten und begleiten. 
Es gibt auch eine Gruppe von Menschen, die wir « ausserordentliche Kommunion­spender » nennen. Ich besuche ältere und kranke Menschen in ihren Häusern und in einem Krankenhaus in dieser Gegend und nehme ihnen die Beichte ab. Danach kommt diese Gruppe jede Woche, um ihnen die heilige Eucharistie zu bringen.
Zudem haben wir Jugend- und Familien­pastoral­gruppen, die wir stetig erweitern. Unsere Pfarrei fördert die Teilhabe, die Solidarität und das Engagement ihrer Mitglieder, was einige gutherzige Menschen dazu veranlasst, mit Lebens­mitteln und Hygieneartikeln zu helfen. Diese Spenden werden von der Sozialpastoral an Bedürftige verteilt. Insgesamt engagieren sich 45 Personen – und die Gruppen wachsen stetig.

Haben Sie Zeugnisse von Menschen gehört, die zum heiligen Josef gebetet haben, zum Schutzheiligen Ihrer Kirche, um Arbeit zu finden ?
Ja, viele kommen und beten zum heiligen Josef, sei es, um einen Job zu bekommen oder um Hilfe beim Verkauf. Hinterher kommen die Leute und erzählen mir, dass sie die Stelle bekommen haben oder dass sie z. B. ihr Haus verkaufen konnten. Ich kann eine Frau erwähnen, die in unsere Kirche kam und mir sagte, dass sie fünf Jahre vergeblich versucht hatte, ihren Bauern­hof zu verkaufen. Nach ihrem Gebet in unserer Kirche fand sie wenige Tage später einen Käufer, der sogar Josef hiess. (lacht)
In unserer Pfarrei feiern wir jeden ersten Mittwoch im Monat das Fest des heiligen Josef mit einer Messe am Mittag. Menschen aus der ganzen Stadt und aus dem umliegenden Gebiet kommen und lassen ihre Lebensläufe segnen. Es dauert nicht lange, bis sie zurück­kehren, um dem heiligen Josef zu danken, weil sie eine Arbeit gefunden haben. So beginnen die Menschen, sich aus ihrer schwierigen Situation zu lösen, die ihnen die Arbeitslosig­keit gebracht hat.

Ich habe erfahren, dass Sie den örtlichen Ordinarius gebeten haben, Ihre Kirche als Heiligtum, als Wallfahrtskirche, anzuerkennen. Haben Sie bereits eine Antwort erhalten ?
Genau, ich habe den Antrag schriftlich an den Kardinal gerichtet. Die Wiederbelebung des Glaubens in der Gemeinschaft muss deutlich gemacht werden. Es müssen Statuten ausgearbeitet werden, in denen religiöse, organisatorische und soziale Aspekte festgelegt werden. Wir vertiefen und bereichern den spirituellen Teil, das Engagement der Menschen in der Gemein­schaft und heben all die Wunder hervor, die Gott durch den heiligen Josef bewirkt.
Auch die baulichen Voraus­setzungen spielen eine Rolle. So haben wir die Lampen durch bessere ersetzt und die Kirche gestrichen. Während wir auf die endgültige Entscheidung des Kardinals warten, fördern und vertiefen wir die Spiritualität rund um den heiligen Josef als den Gerechten und Treuen, der durch sein Wirken das Leben der Menschen würdigt.

Interview & Übersetzung : Andrea Metzger, 10.3.25


Una fe con un efecto poderoso

La ayuda de San José

El padre Josué Caldas trabaja en la parroquia de San José Obrero, ubicada al sur de Bogotá, desde octubre de 2023. En una entrevista concedida a Kirche ohne Grenzen, nos habla de su vida en la parroquia y de la figura de San José, patrono de la iglesia. Su fiesta se celebra el 19 de marzo. San José también es considerado patrono de los trabajadores.

Procedente de una familia campesina, considera su catolicismo más bien primitivo. La familia es muy importante para él por su oración, su piedad y su fervor, lo que permitió que con el tiempo se fuera madurando esa semilla de la Gracia y, a su vez, Dios le fue colocando los medios para dirigirlo en este trayecto de su vida: primero en el seminario y luego ya en el sacerdocio. 
En su parroquia San José Obrero realiza diferentes actividades pastorales y para ello cuenta con la ayuda de los diferentes grupos de formación, como catequistas, ministros extraordinarios de la comunión y un grupo juvenil. Actualmente está creando grupos de pastoral familiar, que tanta falta hacen, porque, como dice él, «si no organizamos nuestras familias, el resto se resquebraja».
El primer miércoles de cada mes celebran la festividad de San José Obrero con la Santa Misa del mediodía. La gente que se congrega va de todas partes de la ciudad y de las afueras. Llevan sus currículos para que sean bendecidos. No tardan en volver para dar las gracias a San José, porque han obtenido un empleo y, a su vez, porque empiezan a solucionar poco a poco todas sus penosas situaciones derivadas del desempleo.
Mientras obtiene respuesta de si la parroquia es admitida para ser elevada a santuario, el padre Josué sigue impulsando y profundizando en la espiritualidad en torno a San José como hombre justo, fiel y custodio de los tesoros más sagrados.

Pater Josué Caldas in seiner Kirche in San José Obrero; im Hintergrund Bild mit heiligem Josef und Jesuskind in Schreinerwerkstatt
Quelle: Flor Alba Ardila
Pater Josué Caldas in seiner Kirche in San José Obrero; im Hintergrund sieht man den heiligen Josef mit dem Jesuskind in seiner Schreinerwerkstatt.

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