Simona Brambilla wird Präfektin in Rom
Präfektinnen gab es im Vatikan bislang nicht. Das ändert sich nun. Erstmals ernennt der Papst mit Simona Brambilla eine Frau zur Leiterin einer Vatikan-Behörde. Darüber erfreut zeigt sich Helena Jeppesen. Gerade für die Ordensfrauen sei dies «ein wichtiger Schritt».
Erstmals wird eine Frau eine Vatikan-Behörde leiten. Papst Franziskus ernannte die Ordensfrau Simona Brambilla zur Präfektin der vatikanischen Ordensbehörde. Zuvor besetzte sie als Sekretärin den zweithöchsten Posten des Dikasteriums. Zum Pro-Präfekten ernannte der Papst Kardinal Angel Fernandez.
Ordensfrau und promovierte Psychologin
Sr. Simona Brambilla gehört den Consolata-Missionsschwestern an. Sie arbeitete in Mozambique und machte 2008 einen Doktor in Psychologie an der Päpstlichen Gregoriana-Universität in Rom. Von 2011 bis Mai 2023 war sie Generalsuperiorin ihrer Ordensgemeinschaft. Dem nun von ihr geleiteten Dikasterium für die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des apostolischen Lebens gehörte sie bereits seit 2019 als Mitglied an.
Über die Ernennung von Brambilla zur Präfektin zeigt sich Helena Jeppesen erfreut. Die Schweizerin nahm als Delegierte für Europa 2023 und 2024 an der Weltsynode teil. « Eine tolle Überraschung zu Epiphanie : Es freut mich, dass Papst Franziskus eine Frau an die Spitze eines Dikasteriums ernannt hat », sagte Jeppesen auf Anfrage von kath.ch.
« Sie bringt einen sehr interessanten Aussenblick auf die Kurie mit. » Davon habe der Papst seit der Einführung der neuen Konstitution des Vatikans, also der Kurienreform, gesprochen, die dies erst möglich gemacht habe. « Nun hat er es konkret umgesetzt. Gerade für die vielen Ordensfrauen weltweit ist dies ein wichtiger Schritt. »
Sr. Simona Brambilla habe durch ihre Arbeit in Mozambique auch Erfahrung in der Weltkirche und kenne ihre Diversität, würdigt Jeppesen die Ordensfrau. Und : « Durch ihr Studium der Psychologie und ihre Erfahrung als Pflegefachfrau bringt sie einen sehr interessanten Aussenblick auf die Kurie mit. »
Zulassung von Laien durch Kurienreform
Die Dikasterien im Vatikan sind den Ministerien in einer Regierung vergleichbar. Sie werden nicht von einem Minister, sondern von einem Präfekten geleitet. Der zweite Rang, der in einem Ministerium von einem Staatssekretär bekleidet wird, heisst im Vatikan Sekretär. In seiner Arbeit wird dieser von Untersekretären unterstützt.
In seiner 2022 abgeschlossenen Kurienreform öffnete Papst Franziskus erstmals höchste Kurienämter für Laien – weiblich wie männlich. Bislang einziger Behördenleiter ohne kirchliches Weiheamt war der Leiter des vatikanischen Kommunikationsdikasteriums, Paolo Ruffini. Dem Vatikan-Sekretariat für Wirtschaft steht mit Maximino Caballero Ledo ebenfalls ein Laie vor.
kath.ch, 21.1.25
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