Wunderbar geschaffen

Korallenriffe, Palmenstrände und Vulkan­gipfel: Was hinter dem ersten Blick auf die Cookinseln liegt, zeigt der diesjährige Weltgebetstag am Freitag, 7. März. 

« Ein unberührtes Paradies mit weissen Sandstränden, blauen Lagunen und üppig grünen Bergen » – das sind laut Reiseveranstaltern die Cookinseln. Tatsächlich : « Es gibt kaum Kriminalität hier. Die Menschen sind gelassen, zufrieden und in ihre Grossfamilien eingebettet », sagt Karin Leisibach. Die selbständige Beraterin für Non-Profit-Organisationen hat zwei Monate auf der Hauptinsel Rarotonga verbracht. 

Kaum junge Menschen
Allerdings sei es nicht einfach gewesen, mit der Bevölkerung in Kontakt zu kommen : « Die Menschen sind reserviert, sehr freundlich, aber zurückhaltend. » Sie fragt sich, ob das auf den Einfluss der ehemaligen Kolonialmacht Grossbritannien zurückgehe, denn in den nahe gelegenen Südsee-Inseln Französisch-Polynesien seien die Leute sehr offen auf sie zugekommen. « Vielleicht liegt es aber auch daran, dass meine Generation auf den Cookinseln praktisch inexistent ist. » Auf den zwölf bewohnten der insgesamt 15 Inseln leben entweder alte Menschen oder Kinder : « Zum Studium gehen die Jungen alle nach Neuseeland, denn es gibt hier keine höhere Schule. » Die Cookinseln sind ein eigener Staat, aber – weltweit einzigartig – in freier Assoziation mit Neuseeland. Das heisst : Alle Cookinsulanerinnen und -insulaner haben einen neuseeländischen Pass. Die Regierung überlässt Neuseeland die Aussen- und Sicherheitspolitik – und die höhere Ausbildung. « Nach der Ausbildung arbeiten die meisten dann weiter im Ausland und schicken oft einen Teil ihres Verdienstes nach Hause. » Denn die Verbindung zur Heimat und zur Grossfamilie bleibe stark. « Viele Kinder leben bei den Grosseltern », hat Karin Leisibach beobachtet. 

Klimawandel und Manganvorkommen
Die Cookinseln sind durch den Klima­wandel und den damit verbundenen Anstieg des Meeresspiegels direkt bedroht. Dazu kommt, dass in ihren Hoheits­gewässern, die seit 2017 unter Naturschutz stehen, ein riesiges Mangan­vorkommen schlummert. Es gibt Pläne, dieses zu heben. Die ökologischen Folgen des Tiefsee­bergbaus sind jedoch noch nicht untersucht, die Risiken für Menschen und Umwelt in diesem bisher grössten Meeresschutzgebiet unabwägbar. « Trotz dieser direkten Gefahren sind dies keine Alltagsthemen », sagt Karin Leisibach. « In den Medien kommen sie vor, aber nicht als Schlagzeilen. Vielleicht, weil die Menschen dort kaum etwas dagegen tun können. Die Ursachen des Klimawandels liegen ja nicht bei ihnen. Und von den nur 15'000 Einwohnenden der Inseln – das entspricht der Stadt Herisau – sind entsprechend wenige politisch aktiv. » 

Ökumenische Gruppe für Weltgebetstag
Aktiv engagiert hat sich eine ökumenische Gruppe von Frauen der Cookinseln. Sie haben die Liturgie für den Weltgebetstag vorbereitet, drei von ihnen stellen sich darin persönlich vor. Sie ermöglichen damit nicht nur Einblicke in das Leben auf diesen Inseln am anderen Ende der Welt, sondern auch ins Denken und in den Glauben ihrer Bewohnenden. 

Beatrix Ledergerber-Baumer, Forum (Pfarrblatt Zürich)

Weitere Infos


Cookinseln

Die Cookinseln befinden sich im südpazifischen Ozean, wo der Tag elf Stunden später beginnt als bei uns. Die 15 Inseln mit einer Gesamtfläche von 240 km² verteilen sich über eine Meeresfläche von über 2 Millionen km². Der Tourismus hat eine grosse wirtschaftliche Bedeutung dank Naturschauplätzen wie Korallenriffen, Atollen, Lagunenstränden und Vulkangipfeln, aber auch dank einheimischer Musik, Gesang, Tanz und Essen. Die Cookinseln sind wunderbar geschaffen, ebenso die Menschen dieser Inseln – und wir alle. Im Psalm 139 heisst es nämlich in Vers 14 : « Du hast mich wunderbar geschaffen ». Für die Verfasserinnen der Liturgie bedeutet das auch, dass Gott uns kennt, sich fürsorglich um uns kümmert und immer bei uns ist. Die Kokospalme, die von den Zweigen bis zu den Wurzeln verwendet wird und auf dem Bild zum Weltgebetstag zu sehen ist, sorgt für Gesundheit und Wohlbefinden. Die Hüte aus Rito, dem jungen Kokosnussblatt, werden mit Blumenkränzen verziert und von Frauen wie Männern getragen. Die Tivaevae-Quilts zeigen die Liebe, Geduld und Einigkeit der Frauen untereinander. Die Menschen werden gehalten vom Kreuz, das im Hintergrund auf den Segeln zu sehen ist und allen Stürmen trotzt. 

Weltgebetstag / Sr. Madeleine Metzger

Auf den Cookinseln spielt die Palme eine grosse Rolle.
Quelle: Weltgebetstag
Auf den Cookinseln spielt die Palme eine grosse Rolle, da von ihr alles verwendet wird.

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