Bischof Elbs feierte Gottesdienst mit Parlamentariern
Der Übergangsverwalter der Erzdiözese Vaduz, Bischof Benno Elbs, feierte am 19. Januar den traditionellen Gottesdienst zur Eröffnung des Landtages. Alt-Erzbischof Haas hatte sich im Vorjahr geweigert. Bezüglich Fiducia supplicans ist Bischof Elbs «auf der Linie des Papstes».
Der Vorarlberger Bischof Benno Elbs hat als aktueller Übergangsverwalter der Erzdiözese Vaduz den Gottesdienst zur feierlichen Eröffnung des Liechtensteinischen Landtages wieder abgehalten. Die Entscheidung hat Brisanz. Der im Herbst emeritierte Vaduzer Erzbischof Wolfgang Haas hatte den traditionellen Gottesdienst im Vorjahr aus Protest gegen die Einführung der eingetragenen Partnerschaft für homosexuelle Menschen in Liechtenstein abgesagt. Er wolle Gottesdienst und den Segen, um den ihn die Mitglieder aller Landtagsfraktionen und Parteien für ihre Arbeit gebeten hätten, nicht abhängig von der inhaltlichen Arbeit der Parlamentarier*innen machen, hatte Bischof Elbs vor dem Gottesdienst in einem Interview erklärt.
Keine Entscheidung im Übergang
Zurückhaltend äusserte sich der Apostolische Administrator auf Nachfrage zu den Plänen der liechtensteinischen Regierung um Regierungschef Daniel Risch für ein neues Staatskirchenrecht, das die Sonderstellung der katholischen Kirche als Landeskirche beenden und andere Religionen rechtlich besserstellen soll. «Ich glaube, dass es nicht richtig ist, solche Dinge ausgerechnet in einer Übergangsphase zu entscheiden», sagte Elbs. Der zukünftige Erzbischof von Vaduz wäre dann in einer grundlegenden Frage gebunden, so der Administrator. «Deshalb wäre es gut, noch etwas zu warten.»
Zur Situation in der Erzdiözese Vaduz, in der es in den vergangenen Jahren viele Diskussionen im Zusammenhang mit der Amtsführung von Erzbischof Haas gegeben hatte, bekräftigte Elbs seine Hoffnung, wieder eine gemeinsame Gesprächsbasis schaffen zu können. «Ich versuche, mit den Menschen in Kontakt zu kommen, sodass alle ihre Sorgen und Anliegen äussern können», sagte Elbs. «Ich habe das Gefühl, dass mir die Liechtensteiner sehr entgegenkommen.»
«Auf der Linie des Papstes»
Zur anhaltenden Debatte um das Vatikan-Dokument Fiducia supplicans, das erstmals katholischen Priestern die Segnung unverheirateter, wiederverheirateter und homosexueller Paare erlaubt, sagte Bischof Elbs im Interview, er sei hierzu «auf der Linie des Papstes». «Wobei diese recht kleine Frage ein echtes Spannungsthema birgt und in Afrika oder Osteuropa komplett anders beantwortet wird als bei uns», fügte Elbs hinzu.
Für die weltweit vertretene katholische Kirche sei ihre Globalisierung bei Reformen «Chance und Herausforderung zugleich», erklärte der Bischof. «Ich bin überzeugt, dass es den Zugang der heilsamen Dezentralisierung braucht. Das heisst, dass es für die Länder auch unterschiedliche Lösungen geben könnte und sollte.» Elbs bekräftigte erneut, dass für ihn etwa die Weihe von Diakoninnen ein «nächster logischer Schritt» wäre. Nachsatz: «Doch der wird nicht überall gleichzeitig funktionieren.»
kath.ch/Red., 23.01.2024
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